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Über dieses Blog

YOU’RE THE VOICE!

generation80@wordpress.com ist ein Blog zu den Themenbereichen Prekarisierung, Praktika, Zeitarbeit, Lohndumping, Ich-AGs, Freiberufler, unsichere Existenzformen, Berufseinstieg, Arbeitslosigkeit und Ausgrenzung, Ausbeutung, Kinder- und Altersarmut und allen anderen Phänomenen rund um die Arbeitsbedingungen in einer globalisierten Welt.

„Wenn man sieht, wie die Machtlosigkeit immer mehr der Feuer löscht, die in meiner Generation brennen, ist es Zeit für einen Aufschrei. Wenn Armut von neuem institutionalisiert wird, kann man schließlich nicht schweigen. Den Mund zu halten würde bedeuten, diejenigen Generationen zu vergessen, die das Land aufgebaut haben, in dem ich dankbar bin zu leben.“ Gustav Fridolin, der Autor dieser Worte, bezieht sich auf Schweden, und einige seiner Ausführungen sind nicht eins zu eins übertragbar. Andere schon.

Dieses Blog ist dem Zweck gewidmet, nicht mehr zu schweigen. Es ist ein Ort, an dem laut aufgeschrien werden darf angesichts nicht mehr hinnehmbarer Zustände einer globalisierten Arbeitswelt – hierzulande und anderswo. Es ist ein Ort, an dem Vorschläge gemacht und Forderungen an die Verantwortlichen gestellt werden dürfen. Es soll Rückendeckung geben für die Arbeit von Vereinen wie Fairwork e.V. und allen anderen Initiativen, die prekäre Arbeitsverhältnisse – egal, ob sie nun Praktikum, Projektanstellung, Minijob, Ich-AG, Zeitarbeit oder sonstwie heißen – ablehnen und die Rückkehr zu menschlichen Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen als Grundlage eines verantwortlichen und selbstbestimmten Lebens fordern, beispielsweise in Form von Mindestlöhnen, sozialversicherungspflichtigen Anstellungsverhältnissen, Investitionen in Bildung und lebenslanges Lernen. Es ist allen gewidmet, die sich engagieren und die mit beispiellosem Einsatz für einen anderen Arbeitsmarkt kämpfen. Es ist auch all denen gewidmet,  die die unerträgliche, zynische und immer noch institutionalisierte Ächtung nicht von Beschäftigungslosigkeit, sondern von Beschäftigungslosen hinnehmen müssen, eine Ächtung, die mit der selben Logik die Opfer einer katastrophal verfehlten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik diskriminiert, mit der nach einem Erdbeben der Seismograph erschlagen wird.

Als Angehörige der in den 80ern Geborenen beziehe ich mich häufig auf die spezifischen Situationen, mit denen sich eben diese Generation konfrontiert sind. Das Prekarisierung und Ausgrenzung vom gesellschaftlichen Leben keineswegs auf diese Altersgruppe beschränkt sind, versteht sich von selbst. Insofern sind alle hier eingeladen zum Mitmachen, Mitmotzen, Sich-Austauschen und Kommentieren. Wenn zu viele schweigen und vor allem schweigend leiden, bekommen wir die Gesellschaft, die wir verdienen.

Ich versuche in diesem Blog, eine Debatte auf den Weg zu bringen, die seit langem stattfinden müsste. Gleichzeitig geht es mir darum, konkrete Forderungen und Strategien zu formulieren, wie der Berufseinstieg von jungen Menschen wieder fair gestaltet werden kann. Gefragt sind hier wohlgemerkt nicht nur diejenigen, die die politischen Rahmenbedingungen für prekäre Beschäftigung schaffen oder durch Unterlassung ermöglichen, und auch nicht nur diejenigen, die prekäre Arbeitsverhältnisse anbieten. Gefragt sind auch alle, die direkt oder indirekt betroffen sind, sich aktiv in die Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen einzubringen. Gefragt ist also, mit anderen Worten, etwas weniger Lebenslauf-Optimierung um jeden Preis und etwas mehr Wille, sich für die eigenen Interessen, die einer wachsenden Gruppe und letztlich auch die kommender Generationen von Absolventen stark zu machen. Dazu würde ich gerne beitragen – auf Basis dessen, was ich in den letzten Jahren am eigenen Leib erfahren und in meinem Umfeld beobachten konnte, aber auch auf Basis von Zahlen, Fakten und Untersuchungen.

Wer aus den 80ern kommt, darf auch schlechte 80er-Musik zitieren: We can write what we want to write. We gotta make ends meet before we get much older (…) We’re not gonna live in silence. We’re not gonna live in fear. Und als diese Zeilen an der Spitze der Hitparade standen, waren Blogs, Twitter und Co. noch nicht einmal erfunden.

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