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Als erster Konzern …

Februar 5, 2012

scheint aktuell IBM die radikale Ausbeutung von Arbeitskraft auf die Spitze treiben zu wollen:

www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,813388,00.html

Damit dürfte ein weiterer Tiefpunkt in Sachen Übernahme von sozialer Verantwortung erreicht sein – bei einem Unternehmen, das mit größter Selbstverständlichkeit vom Steuerzahler finanzierte Annehmlichkeiten wie Infrastruktur oder die Qualifizierung von Fachkräften in Anspruch nimmt.

Vielleicht merken die Verantwortlichen dieser menschenverachtenden Vorgehensweise irgendwann, dass sich die sprichwörtliche Katze in den Schwanz beißt und enteignete, brachial in die moderne Lohnsklaverei und Erwerbsarmut getriebene Menschen keine Steuern mehr zahlen, vor allem aber auch keine Produkte mehr kaufen.

Bis dahin allerdings dürfte das Leben vieler durch solche Auswüchse neoliberalen Globalisierungs- und Liberalisierungswahns bereits zerstört sein. In diesem Zusammenhang noch einmal zwei Zahlen, die der obige Artikel nennt:

Die Zahl der unbefristeten Vollzeitjobs sank von 1999 bis 2009 um 18,5 Prozent. Zugleich stieg die Zahl der atypischen Erwerbsformen – etwa Leiharbeit, Klein-(Schein-)Selbständigkeit, Projektanstellung usw. um 79% an.

Ein herzliches Dankeschön also an eine Politik, die solche Unternehmen noch subventioniert, anstatt ihnen konsequent Grenzen zu setzen. Ich bin in diesem Zusammenhang für das von IBM propagierte System im Bereich der öffentlichen Verwaltung: Ein großer Pool von Miet-Volksvertretern, die bei Bedarf angefordert werden.

Und wenn man sich endlich eingestehen würde, dass ein solcher Bedarf in einem System, das schon lange nur noch auf dem Papier eines ist, in dem alle mitbestimmen und an der Gestaltung der Gesellschaft teilhaben können, praktisch nie da ist, könnte man sich auch das noch sparen und die dadurch eingesparten Mittel direkt an die Vorstände von IBM oder die laufend zu rettenden Banken überweisen.

Aber in Deutschland hat die Idee, dass man Arbeitskraft notfalls gar nicht bezahlen muss, ja ohnehin Tradition – fragt sich nur, wie lange es noch dauert, bis irgendeinem Personalkostenoptimierer einfällt, daran anzuknüpfen. Spätestens, wenn 100% aller Menschen eine Grundsicherung brauchen, deren Bezug an die bedingungslose Übernahme von Jobs geknüpft ist, haben wir dafür ja auch beste Voraussetzungen. Dann könnte es dieses Mal sogar ohne Stacheldraht funktionieren.

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